Bericht von der Pleasure- und Horsemanship-Stunde am Freitag, 17. April 2009


geschrieben von Yessi

Am Freitag raste ich nach der Arbeit nach Falkensee, um ja die letzte Möglichkeit, mich und mein Pony von Marion auf´s kommende Turnier vorbereiten zu lassen, nicht zu versäumen. Genau vor´m ersten Turnier der Saison muss Marion ausgerechnet selbst fast 2 Wochen auf einen Kurs fahren...motzDa heißt es, heute auf keinen Fall zu spät kommen!

Während die meisten in der Stallgasse schon dabei waren, ihre Pferdchen auf Hochglanz zu polieren und die eine oder andere Flechttechnik noch zu verfeinern (oder verfeinern zu lassen; gleich die Generalprobe für manchen TT ;-)) sauste ich mit einer gemurmelten Begrüßung nur vorbei und schnappte mein Halfter. Jetzt nur noch meinen Dicken von der Koppel sammeln (natürlich von ganz hinten) und dann aber Beeilung!

Als sich alle um 17 Uhr gesattelt und gespornt auf dem Außenplatz einfanden (uff, zwar nicht ganz staubfrei, aber gerade noch geschafft), hatte ich die erste Gelegenheit, mir meine Mitreiter genauer anzuschauen. Wir waren ein bunt gemischter Haufen; von der angereisten LK 1-Reiterin über uns „Normalo“-Turnierreiter bis hin zum Western-Freizeitreiter. Sogar eine Klassischreiterin peppte unsere Runde auf! Wegen der hohen Teilnehmerzahl ritten wir uns nicht selbstständig, sondern unter Marions Anleitung warm, um größeres Chaos und Zusammenstöße zu verhindern. Und dann ging´s mit dem Pleasure-Teil los!

Und zwar unter Turnierbedingungen, denn die zwischenzeitlich zahlreich erschienenen Zuschauer schufen durch das Klicken ihrer Fotoapparate und das versehentliche Wackeln am Zaun eine durchaus realistische Atmosphäre. Marion erklärte für alle nochmal kurz die englischen Kommandos und schon bewegten wir uns im Walk, left hand, einheitlich und mit einem hoffentlich gewinnenden Lächeln im Gesicht um die Bahn (als Nebenwettbewerb wurde für das verkniffenste Gesicht der Preis der goldenen Zitrone ausgelobt).

Im Jog-Teil zeigte sich schnell, dass es gar nicht so einfach ist, „taktisch geschickt“ zu reiten, um so die unvorteilhafte Pulk-Bildung zu vermeiden. Doch dank Marions Tipps löste sich auch der größte Knoten bald auf. Marion hatte ihre Augen sowieso überall! Wie sie so viele Leute gleichzeitig beobachten konnte, ist mir ein Rätsel. Ein kurzfristig gegen die Hand gehendes Pferd oder kleine Sitzfehler hatten keine Chance; alles wurde sofort enttarnt, um dann gnadenlos korrigiert zu werden.

Den Lope führten wir dann doch vorsichtshalber in Gruppen aus. Zuerst galoppierten wir jeweils zu zweit auf den beiden Zirkeln, dann wichen die Schrittreiter auf den zweiten Hufschlag aus, so dass wir ganze Bahn vor uns hin lopen konnten. Als alle durch waren, hieß es „reverse your horse, please“, und das Ganze begann auf der anderen Hand von vorn.

Ohne Verschnaufpause schloss sich nahtlos der Horsemanshipteil an. Während Marion vier Pylonen im Quadrat arrangierte, sortierten wir uns im Line up. Dann lief sie uns elegant die Pattern vor (sah bei ihr ganz einfach aus; na ja, kein Kunststück ohne eigenwilligen Vierbeiner), und wir versuchten uns alles zu merken. Als sich die erste mutige Reiterin der Aufgabe stellte, wurde schnell klar, dass die Tücke, wie immer, im schmutzigen Detail lag. Die Abstände zwischen den Pylonen waren doch recht eng, somit der Platz, den nächsten Übergang vorzubereiten, gering; und der Herdentrieb unser Pferde war auch nicht zu vernachlässigen. Ein eigentlich simpler Stop aus dem Jog war ungleich schwieriger, wenn er in Richtung der Artgenossen ausgeführt werden musste, statt von den Anderen weg. So kämpfte sich jeder mit seinen Problemchen durch die Pattern, um sich der anschließenden Manöverkritik von Marion zu stellen. Und dabei gab es kein Pardon! Wer schon schief aus dem Halten anritt, wurde sofort abgepfiffen und musste sein Glück erneut versuchen. Auch galt es, die durchaus reiterlichen Emotionen zu unterdrücken. Denn dass Einen das Loben seines braven Ponys nach bewältigter Tortour durchaus die Schleife kosten kann (das Berühren des Pferdes während der Prüfung ist verboten!!!), musste der eine oder andere bereits schmerzlich am eigenen Leib erfahren (nicht wahr, Sylvia?!).

Nach dem zweiten Durchgang, in dem ich noch mehr als zuvor damit zu kämpfen hatte, meinen im Line up immer einschlafenden Zottel wieder rechtzeitig aufzuwecken, waren wir alle geschafft, aber glücklich, und ließen den Abend entspannt ausklingen (was sich bei zweien von uns durchaus noch zu einem kleinen Abenteuer entwickelte ***Insider***).

Danke an Marion für deine unermüdliche Geduld und die vielen Tipps, an alle fleißigen Fotografen und an die zahlreichen Zuschauer, die uns lobenswerterweise nicht ausgebuht, sondern immer höflich beklatscht haben! applaus Wenn auch für mein Empfinden viel zu kurz, war es doch sehr schön, lustig und vor allem lehrreich, so dass mein Dicker und ich beim nächsten Mal auch jeden Fall wieder mit von der Partie sein werden. Suchtgefahr


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