Was ist Cutting?

Es handelt sich beim Cutting um eine Westerndisziplin, bei der Pferd und Reiter die Arbeit an Rindern zeigen, indem sie ein Rind aus einer Herde aussondern. Daraus ist der Name Cutting (Abtrennen) entstanden. Besonders viele Punkte werden vergeben, wenn das Rind aus der Mitte der Herde herausgelöst wird (Deep Cut). Dieser erste Teil der Disziplin wird sehr ruhig ausgeführt und vom Reiter bestimmt. Im zweiten Teil übernimmt das Pferd die Arbeit. Rinder sind Herdentiere. Das Rind will also aus seinem Schutzinstinkt heraus zur Herde zurück. Es ist nun Aufgabe des Pferdes, dies zu verhindern. Das Rind darf dabei nicht verletzt werden. Bei den Rückkehrversuchen des Rindes sind schnelle Stops und Wendungen des Pferdes erforderlich. Da die Reaktionen des Pferdes als Fluchttier um ein Vielfaches schneller sind als die des Menschen, übernimmt das Pferd die Arbeit. Diese Fähigkeit ein Rind zu arbeiten nennt man Cow-sense. Sie ist nicht allen Pferden in die Wiege gelegt. Jegliche Hilfegebung des Reiters ist nicht gestattet und gibt Punktabzug. Der Reiter muss sich am Sattelknauf festhalten, um nicht abgeworfen zu werden. Gelingt es dem Rind, zur Herde zurückzukehren, gibt es Punktabzug.

Mit welchem Pferd kann man cutten?

Ein Cuttingpferd braucht einen sogenannten "Cow-sense", also den Willen, ein Rind zu kontrollieren. Es fixiert das Rind und folgt seinen Bewegungen. Dies erfordert eine gute Körperbeherrschung und Konzentration. Das erstaunliche an Cuttingpferden ist, dass sie bis ins hohe Alter an dem Sport teilnehmen können, anders als Pferde in anderen Turnierdisziplinen. Besonders geeignet für das Cutting ist das Quarter Horse, da es vom Körperbau die besten Vorraussetzungen erfüllt (kurzer Rücken, starke Hinterhand) und der Cow-sense meist angeboren ist.

Quelle: http://www.tmi-roping.de


Der Cutter wird bei seiner Arbeit von vier selbstgewählten Helfern - zwei Herdholder zum Kontrollieren der Herde und zwei Turnbacks zum möglichen Zurückdrängen des Rindes zur Herde - unterstützt. Wenn das Pferd langsam in die Herde geht, beginnt der Reiter, ein Rind auszuwählen.
Gute Cutter studieren die Herde, bevor sie in den Wettkampf gehen, um herauszufinden, welches Rind für eine besonders attraktive Darstellung ihres Pferdes geeignet ist. Der Richter vergibt eine Punktzahl zwischen 60 und 80, wobei er zu Anfang des Ritts eine Durchschnittsbewertung von 70 im Kopf hat.
Der Reiter trennt ein Rind und positioniert sein Pferd für den Cut ("Schnitt"). Indem der Reiter die Zügelhand bis knapp über den Pferdehals senkt, signalisiert er dem Pferd, dass dieses unabhängig und ohne Führung des Reiters zu arbeiten hat. Das Pferd soll nun selbstständig bei durchhängendem Zügel verhindern, dass das separierte Rind zur Herde zurückgelangt.
Wird das Rind untätig oder verliert es gar die Lust, zur Herde zurückzukehren, hebt der Reiter die Zügel an und signalisiert Pferd und Richter, das Rind aufzugeben. Als Zeitpunkt des Quittens (beenden) gilt, wenn der Reiter seine Zügelhand hebt und die freie Hand auf den Hals des Pferdes legt, auch wenn das Pferd noch nicht unverzüglich stoppt.
In 150 Sekunden kommt es auf das Zusammenspiel von Reiter, Pferd, Rind und Helfern an. Und wer gut ist, weiß auch sein Pferd genau einzuschätzen und seine Helfer entsprechend einzuweisen.


Was ist Working Cowhorse?

Diese Rinderdisziplin wird in zwei Teilen geritten. In dem ersten Teil zeigen Pferd und Reiter ihr Können in einer kleinen Reining, also "Trockenarbeit", im Fachjargon "Dry Work". Im zweiten Teil ist Fence Work verlangt. Ein Rind muss dabei kontrolliert an der langen Seite der Bahn mindestens einmal in jede Richtung gegen die Bande gewendet werden. Zum Schluss treibt der Reiter das Rind in die Bahnmitte, um es dort auf einer Acht zu zirkeln. Wie beim Cutting muss dies alles innerhalb von zweieinhalb Minuten geschehen.

Quelle: EWU Deutschland



Weitere Rinderdisziplinen:

Team Penning

Roping


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